Alkibiades II
Als Alkibiades beten will, fragt Sokrates, ob Menschen wissen, was sie von den Göttern erbitten sollen. Beispiele verhängnisvoller Wünsche trennen den gewünschten Erfolg von der Einsicht, ob er seinem Empfänger tatsächlich nützt.
Den Text verstehen
Meist wird der unter Platons Namen überlieferte Dialog einer späteren sokratischen oder akademischen Tradition zugerechnet. Er ist von Alkibiades I zu unterscheiden.
Die Kerngedanken
- 01
Gefährliche Wünsche
Macht, Familienerfolg und Sieg können schaden, wenn Umstände oder Verwendungsweisen anders ausfallen als ursprünglich erwartet.
- 02
Nützliches Nichtwissen
Eine schädliche Handlung nicht ausführen zu können kann schützen; Wissen nützt erst unter Leitung einer Einsicht in das Gute.
- 03
Aufgeschobenes Gebet
Vorsicht verwandelt Frömmigkeit von selbstsicherem Fordern in das Eingeständnis begrenzten Urteilens und die Suche nach Unterweisung.
Hinweise zur Lektüre
Bestimmen Sie in jedem Beispiel das fehlende Wissen. Der Text kritisiert unterschiedsloses Vertrauen in Wünsche, ohne einfach Passivität oder die Aufgabe religiöser Praxis zu empfehlen.
Ausgaben & Quellen
Zusammenfassungen und Kerngedanken sind eigenständige redaktionelle Interpretationen. Sie begleiten die Lektüre des Werkes und ersetzen keine Textausgabe. Redaktionelle Methode ↗