Über die Freiheit des menschlichen Willens
Die Abhandlung unterscheidet tun zu können, was man will, von anders wollen zu können. Handlungen folgen notwendig aus Motiven und Charakter; Verantwortung verlangt eine Untersuchung auf anderer Ebene.
Den Text verstehen
1839 von der norwegischen gelehrten Gesellschaft in Trondheim ausgezeichnet, erschien sie später in den Beiden Grundproblemen der Ethik.
Die Kerngedanken
- 01
Freiheiten
Fehlende äußere Hindernisse unterscheiden sich von fehlender Bestimmung des Wollens.
- 02
Charakter
Umstände liefern Motive, deren Wirkung vom Individuum abhängt; dieselbe Lage erzeugt nicht bei allen dieselbe Entscheidung.
- 03
Verantwortung
Freiheit wird ins intelligible Sein verlegt, statt empirisch unbestimmten Einzelentscheidungen zugeschrieben.
Die Gedanken vertiefen
Eine Preisschrift über Willensfreiheit
In diesem 1839 von einer norwegischen Gelehrtengesellschaft ausgezeichneten Aufsatz fragt Schopenhauer, ob Bewusstsein Willensfreiheit beweist. Er unterscheidet, tun zu können, was man will, davon, unter gleichen Bedingungen anders wollen zu können. Der Text erschien 1841 in Die beiden Grundprobleme der Ethik.
Charakter, Motive und Verantwortung
Empirische Handlungen entstehen nach seiner Analyse aus dem Zusammentreffen von Charakter und Motiven: Eine Handlung wird nicht beliebig, weil ihre Ursachen komplex sind. Schopenhauer verarbeitet auch Kants Unterscheidung empirischen und intelligiblen Charakters. Die metaphysische Diskussion entscheidet rechtliche oder gesellschaftliche Verantwortung nicht allein.
Hinweise zur Lektüre
Prüfen Sie eine konkrete Entscheidung und unterscheiden Sie Ursachenerklärung, Entschuldigung und Verantwortungszuschreibung.
Ausgaben & Quellen
Zusammenfassungen und Kerngedanken sind eigenständige redaktionelle Interpretationen. Sie begleiten die Lektüre des Werkes und ersetzen keine Textausgabe. Redaktionelle Methode ↗