Sozialphilosophie · Aufmerksamkeit · 1909–1943

Simone Weil

Die von Gewalt Getroffenen sehen.

Paris · Marseille · London
Porträts: künstlerische Interpretationen
Biografie

Der Faden eines Lebens.

1909 in Paris in einer agnostischen jüdischen Familie geboren, studierte Simone Weil an der École normale supérieure und bestand 1931 die Philosophie-Agrégation. Als Lehrerin in mehreren Städten beteiligte sie sich an gewerkschaftlichen Kämpfen und unterstützte Arbeitslose. Ihre Arbeitsforschung gehörte zum Denken: Sie fragte, warum befreiende Institutionen neue Formen der Unterdrückung erzeugen können.

1909–1934

Studium, Lehre und Engagement

Vom Studium in Paris bis zur Lehrtätigkeit verbindet Weil philosophische Fragen und Gewerkschaftsarbeit.

1934–1936

Fabrik und Krieg

Fabrikarbeit und ein kurzer Aufenthalt im Spanischen Bürgerkrieg prüfen ihre Gewaltanalyse.

1937–1942

Aufmerksamkeit und geistige Suche

Ihre geistige Suche entwickelt sich im Austausch mit Pater Perrin und Gustave Thibon in Marseille.

1942–1943

London, Nachlass und Wirkung

In London arbeitet sie für das freie Frankreich; 1943 stirbt sie vor der Veröffentlichung vieler Texte.

Ein Leben eingehend verstehen

01Studium, Lehre und Engagement

1909 in Paris in einer agnostischen jüdischen Familie geboren, studierte Simone Weil an der École normale supérieure und bestand 1931 die Philosophie-Agrégation. Als Lehrerin in mehreren Städten beteiligte sie sich an gewerkschaftlichen Kämpfen und unterstützte Arbeitslose. Ihre Arbeitsforschung gehörte zum Denken: Sie fragte, warum befreiende Institutionen neue Formen der Unterdrückung erzeugen können.

02Fabrik und Krieg

1934–1935 arbeitete Weil in mehreren Fabriken, unter anderem bei Renault. Das Tagebuch beschreibt Ermüdung, Takt und Verletzlichkeit einer von Anweisungen und Lohn abhängigen Person; die Erfahrung veränderte ihren Gewaltbegriff. 1936 schloss sie sich im Spanischen Bürgerkrieg kurz republikanischen Kämpfern an und reiste nach einem Unfall ab. Ihr Kriegsdenken setzt Widerstand gegen Faschismus nicht mit Verherrlichung der Gewalt gleich.

03Aufmerksamkeit und geistige Suche

Ab Ende der 1930er Jahre vertieften religiöse Erfahrungen Weils Christentumslektüre, ohne sie zur Taufe zu führen. Sie bezog auch griechische und andere geistige Traditionen in Vergleiche ein, die kritisch zu lesen sind. Im Marseille der Kriegszeit arbeitete sie bei der Ernte und tauschte sich mit Pater Perrin und Gustave Thibon aus. Aufmerksamkeit verbindet Studium, Offenheit für Wahrheit und die Verletzlichkeit anderer.

04London, Nachlass und Wirkung

Nach einem Aufenthalt in den USA kam Weil nach London und arbeitete 1942–1943 für das freie Frankreich. Dort schrieb sie Die Verwurzelung, einen unvollendeten Entwurf zum Wiederaufbau. An Tuberkulose erkrankt, starb sie im August 1943 in Ashford bei schwer geschwächter Gesundheit und eingeschränkter Ernährung. Posthume Hefte, Briefe und Sammlungen erweiterten ihre Wirkung; ihre editorische Anordnung unterscheidet sich, sodass Fragmente auf ihre Quellen zurückgeführt werden müssen.

Ein Erbe und seine Spannungen.

Nach einem Aufenthalt in den USA kam Weil nach London und arbeitete 1942–1943 für das freie Frankreich. Dort schrieb sie Die Verwurzelung, einen unvollendeten Entwurf zum Wiederaufbau. An Tuberkulose erkrankt, starb sie im August 1943 in Ashford bei schwer geschwächter Gesundheit und eingeschränkter Ernährung. Posthume Hefte, Briefe und Sammlungen erweiterten ihre Wirkung; ihre editorische Anordnung unterscheidet sich, sodass Fragmente auf ihre Quellen zurückgeführt werden müssen.

Quellen und Orientierung