Geburt und Studium
In Poitiers geboren, studierte er an der École normale supérieure und bestand 1951 die Philosophie-Agrégation.
Selbstverständlichkeiten des Regierens befragen.
Michel Foucault untersucht Wissensgeschichte, Institutionen und Praktiken, durch die Menschen klassifiziert und regiert werden und sich als Subjekte bilden. Von Psychiatrie über Gefängnis bis Sexualität fragt er nach Macht, Wahrheit und Möglichkeiten des Widerstands.
In Poitiers geboren, studierte er an der École normale supérieure und bestand 1951 die Philosophie-Agrégation.
Er lehrte in Schweden, Polen und Deutschland vor Veröffentlichung seiner Dissertation über Wahnsinn.
Die Geburt der Klinik, Die Ordnung der Dinge und Archäologie des Wissens erkunden historische Bedingungen von Diskursen.
Er eröffnete seinen Lehrstuhl und beteiligte sich an der Gefängnisinformationsgruppe.
Überwachen und Strafen und Der Wille zum Wissen untersuchen Institutionen, Macht und Wissensproduktion.
Die zwei Antike-Bände erschienen 1984, seinem Todesjahr. Die Geständnisse des Fleisches wurde 2018 ediert.
1926 in Poitiers in eine Ärztefamilie geboren, studierte Michel Foucault nach dem Krieg an der École normale supérieure. Er hörte unter anderem Jean Hyppolite und Louis Althusser, bestand 1951 die Philosophie-Agrégation und arbeitete in der Psychologie. Lehrtätigkeiten in Schweden, Polen und Deutschland erweiterten seine europäische Erfahrung. Seine 1961 veröffentlichte Dissertation über die Geschichte des Wahnsinns untersuchte Institutionen und Kategorien westlicher Vernunft. Beziehungen von Wissenschaft, Norm und Ausschluss zeichnen sich ab, ohne dass die erste Untersuchung sein ganzes Werk zusammenfasst.
In Die Geburt der Klinik, Die Ordnung der Dinge und Archäologie des Wissens fragt Foucault nach historischen Bedingungen, die Gegenstände und Diskurse verständlich machen. Der Erfolg von 1966 stellte ihn in Debatten über Strukturalismus, eine von ihm hinterfragte Bezeichnung. Er lehrte in Tunis und beteiligte sich nach 1968 am Universitätsexperiment Vincennes. 1969 ans Collège de France gewählt, eröffnete er seinen Lehrstuhl 1970. Kritik an seinen Epocheneinteilungen verlangt den Vergleich seiner Kategorien mit Archiven und anderer Geschichtsforschung.
Anfang der 1970er Jahre beteiligte sich Foucault an der Gründung der Gefängnisinformationsgruppe, die Erfahrungen Inhaftierter hörbar machen wollte. Überwachen und Strafen von 1975 untersuchte Disziplin und Gefängnis anhand von Archiven und Modellen. Der Wille zum Wissen von 1976 analysierte Sexualität, Machtverhältnisse und Bevölkerungsregierung. Macht und Wissen hängen zusammen, doch Macht ist keine einzige von einer Gruppe besessene Substanz: Ihre Beziehungen sind vielfältig und treffen auf Widerstand. Seine Berichte über die iranische Revolution wurden dauerhaft kritisiert.
Die späten Bände der Sexualitätsgeschichte verlagerten die Untersuchung auf Antike und Selbstpraktiken. Der Gebrauch der Lüste und Die Sorge um sich erschienen 1984, dem Jahr seines Todes in Paris an AIDS-bedingten Folgen. Vorlesungen, Gespräche und Manuskripte wurden später ediert, darunter Die Geständnisse des Fleisches 2018; ihr posthumer Status verlangt editorische Aufmerksamkeit. Seine Analysen prägen Geschichte, Geschlechterforschung und Institutionskritik, doch Quellen, Verallgemeinerungen und normative Kriterien bleiben umstritten. Foucault lesen heißt deshalb auch seine Kritiker lesen.
Seine Forschung prägte Institutionengeschichte, Geschlechterforschung und politische Philosophie. Quellen, Deutungen und kritische Maßstäbe bleiben umstritten; Lektüre verlangt auch die Prüfung ihrer Grenzen.
Quellen und Orientierung