Ein Zimmer für sich allein
Aus zwei Vorträgen über Frauen und Literatur hervorgegangen, vertritt der Essay die These, eine Frau brauche Geld und ein eigenes Zimmer, wenn sie Romane schreiben wolle. Mit einer erfundenen Erzählerin, dem Besuch eines imaginären ‚Oxbridge‘ und einem Tag im British Museum zeigt Woolf, wie Vermögen, Bildung und Recht die Literaturgeschichte geformt haben.
Den Text verstehen
Woolf sprach im Oktober 1928 in Newnham und Girton, den Frauencolleges in Cambridge; die Hogarth Press veröffentlichte den überarbeiteten Text 1929. Die ironische, abschweifende Form gehört zum Argument; die Kritik hat auch seine Vorannahmen zu Klasse und Hautfarbe untersucht.
Die Kerngedanken
- 01
Geld und Rückzug
Fünfhundert Pfund im Jahr und ein abschließbares Zimmer stehen für die Unabhängigkeit, Muße und Sicherheit, die das Schreiben verlangt.
- 02
Eine verlorene Tradition
Das Gedankenexperiment von Shakespeares Schwester erklärt, warum begabte Frauen so wenige Werke hinterließen: Ihnen fehlten Schulbildung, Bewegungsfreiheit und Schutz.
- 03
Der androgyne Geist
Mit einer Wendung von Coleridge legt Woolf nahe, dass die größten Geister ohne Groll gegen das andere Geschlecht und ohne Ergebenheit ihm gegenüber schreiben.
Die Gedanken vertiefen
Geld, Zimmer und Freiheit
Verfolgen Sie, wie Ein Zimmer für sich allein Einkommen, Rückzugsraum und Bildung zu Bedingungen literarischen Schaffens macht.
Den Text einordnen
Woolf sprach im Oktober 1928 in Newnham und Girton, den Frauencolleges in Cambridge; die Hogarth Press veröffentlichte den überarbeiteten Text 1929. Die ironische, abschweifende Form gehört zum Argument; die Kritik hat auch seine Vorannahmen zu Klasse und Hautfarbe untersucht. Aus zwei Vorträgen über Frauen und Literatur hervorgegangen, vertritt der Essay die These, eine Frau brauche Geld und ein eigenes Zimmer, wenn sie Romane schreiben wolle. Mit einer erfundenen Erzählerin, dem Besuch eines imaginären ‚Oxbridge‘ und einem Tag im British Museum zeigt Woolf, wie Vermögen, Bildung und Recht die Literaturgeschichte geformt haben.
Den Argumenten folgen
Geld und Rückzug : Fünfhundert Pfund im Jahr und ein abschließbares Zimmer stehen für die Unabhängigkeit, Muße und Sicherheit, die das Schreiben verlangt. Eine verlorene Tradition : Das Gedankenexperiment von Shakespeares Schwester erklärt, warum begabte Frauen so wenige Werke hinterließen: Ihnen fehlten Schulbildung, Bewegungsfreiheit und Schutz. Der androgyne Geist : Mit einer Wendung von Coleridge legt Woolf nahe, dass die größten Geister ohne Groll gegen das andere Geschlecht und ohne Ergebenheit ihm gegenüber schreiben.
Weiterlesen
Lesen Sie die ersten Kapitel über Oxbridge und das British Museum, dann die Passage über Shakespeares Schwester, und achten Sie darauf, wo die Ironie der Erzählerin zu einem Argument über Institutionen wird. Woolf sprach im Oktober 1928 in Newnham und Girton, den Frauencolleges in Cambridge; die Hogarth Press veröffentlichte den überarbeiteten Text 1929. Die ironische, abschweifende Form gehört zum Argument; die Kritik hat auch seine Vorannahmen zu Klasse und Hautfarbe untersucht.
Fragen für die weitere Lektüre
- Welche materiellen Bedingungen hält die Erzählerin für das Schreiben für notwendig, und warum?
- Was erklärt die Geschichte Judith Shakespeares, was eine Liste berühmter Schriftstellerinnen nicht erklären kann?
Begabung braucht Zeit, Geld, Rückzugsraum und eine Tradition; wo sie fehlen, ist die Literaturgeschichte voller Schweigen.
Hinweise zur Lektüre
Lesen Sie die ersten Kapitel über Oxbridge und das British Museum, dann die Passage über Shakespeares Schwester, und achten Sie darauf, wo die Ironie der Erzählerin zu einem Argument über Institutionen wird.
Ausgaben & Quellen
Zusammenfassungen und Kerngedanken sind eigenständige redaktionelle Interpretationen. Sie begleiten die Lektüre des Werkes und ersetzen keine Textausgabe. Redaktionelle Methode ↗