Radikale Aufklärung · feministische Philosophie · 1759–1797

Mary Wollstonecraft

Frauen als vernünftige Wesen erziehen, nicht als Zierde.

London · Paris · Skandinavien
Porträts: künstlerische Interpretationen
Philosophie

Ideen, die den Blick verändern.

01

Geteilte Vernunft

Vernunft ist eine jedem Menschen verliehene Gabe; besitzen Frauen sie, so müssen ihre Pflichten auf eigener Einsicht beruhen, statt von Männern als alleinigen Richtern auferlegt zu werden.

Eine Situation zum Nachdenken

Eine Regel, die eine Schülerin befolgt, ohne sie zu verstehen, erzeugt Gewohnheit, nicht das Urteil, das Tugend verlangt.

02

Künstliche Schwäche

Zartheit, Eitelkeit und List, die man Frauen zuschreibt, entstehen aus einer auf Gefallen ausgerichteten Erziehung und aus wirtschaftlicher Abhängigkeit, nicht aus der Natur.

Eine Situation zum Nachdenken

Ein Mädchen, das von Bewegung und ernsthaftem Studium ferngehalten und nur für sein Aussehen gelobt wird, lernt, sich auf Reiz statt auf Stärke zu verlassen.

03

Unabhängigkeit

Persönliche und wirtschaftliche Unabhängigkeit ist nach Wollstonecrafts Worten der große Segen des Lebens und die Grundlage jeder Tugend, denn Abhängigkeit erzeugt Unterwürfigkeit bei den Regierten und Tyrannei bei den Regierenden.

Eine Situation zum Nachdenken

Eine Frau, die ihren Lebensunterhalt mit einem Handwerk oder Beruf verdienen kann, kann aus Zuneigung statt aus Not heiraten.

04

Ehe als Freundschaft

Die Ehe sollte auf gegenseitiger Achtung vernünftiger Gefährten beruhen, einer Bindung, die die Leidenschaft überdauert und beiden Gatten erlaubt, ihre Pflichten als Eltern und Bürger zu erfüllen.

Eine Situation zum Nachdenken

Eheleute, die über ihre Lektüre und die Erziehung ihrer Kinder sprechen, schaffen eine Bindung, die nicht von jugendlicher Schönheit abhängt.

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