Frieden schenkt die Natur nicht: Er muss durch Vertrag errichtet werden.
Malmesbury · Paris · Chatsworth
Philosophie
Ideen, die den Blick verändern.
01
Naturzustand
Ohne eine gemeinsame Macht, die sie in Schach hält, leben gleiche und einander fürchtende Menschen in einem Zustand des Krieges eines jeden gegen jeden: nicht in ständigem Kampf, sondern in einer bekannten Bereitschaft zum Kampf, die keinen Raum für Fleiß, Kultur oder Vertrauen lässt.
Eine Situation zum Nachdenken
Der Reisende, der sich bewaffnet, und der Hausherr, der seine Truhen verschließt, zeigen durch ihr Handeln, was sie von anderen erwarten, selbst wo es Gesetze gibt.
02
Naturgesetze
Die Vernunft entdeckt allgemeine Regeln, die verbieten, was das eigene Leben zerstört: Frieden suchen, wo immer er zu haben ist, auf das Recht auf alles verzichten, wenn die anderen dazu ebenfalls bereit sind, und geschlossene Verträge halten.
Eine Situation zum Nachdenken
Zwei Nachbarn, die nur abrüsten wollen, wenn der andere es ebenso tut, folgen dem zweiten Naturgesetz.
03
Souveränität durch Autorisierung
Ein Gemeinwesen entsteht, wenn jeder Einzelne in einer Menge dieselbe Person oder Versammlung ermächtigt, in seinem Namen zu handeln, sodass deren Handlungen als seine eigenen gelten. Dieser Repräsentant muss ungeteilte Befugnisse haben, zu richten, Gesetze zu geben, Steuern zu erheben, Krieg zu führen und über zulässige Lehren zu entscheiden.
Eine Situation zum Nachdenken
Bürger, die einem unbeliebten Gesetz gehorchen, können es dennoch als eigene Handlung betrachten, weil sie den Souverän autorisiert haben, der es erließ.
04
Freiheit als Fehlen von Hindernissen
Freiheit ist das Fehlen äußerer Hindernisse der Bewegung; sie ist mit Notwendigkeit und mit Furcht vereinbar. Untertanen sind frei, wo immer das Gesetz schweigt, und kein Vertrag kann ihnen das Recht nehmen, ihr eigenes Leben zu verteidigen.
Eine Situation zum Nachdenken
Wer seine Waren ins Meer wirft, um das Schiff zu retten, handelt frei, obwohl er es aus Furcht tut.