Werk · Lew Tolstoi

Das Reich Gottes ist in euch

Tolstoi antwortet Kritikern seiner Lehre vom Nichtwiderstreben, indem er eine Überlieferung christlicher Gewaltlosigkeit nachzeichnet und behauptet, die Kirchen hätten die Forderung des Evangeliums verschleiert. Er prangert Wehrpflicht, Patriotismus und Staat als organisierte Gewalt an, die gewöhnliche Menschen durch Gehorsam aufrechterhalten, und ruft jeden auf, seinem Gewissen zu folgen.

01 / Kontext & Überlieferung

Den Text verstehen

Das 1893 abgeschlossene Buch wurde in Russland verboten und verbreitete sich zunächst im Ausland, auf Russisch und in Übersetzungen. Es stützt sich auf quäkerische Autoren und auf die amerikanischen Abolitionisten William Lloyd Garrison und Adin Ballou und endet mit einem Zug voller Soldaten, die Bauern bestrafen sollten und denen Tolstoi 1892 begegnete.

02 / Die Kerngedanken

Die Kerngedanken

  1. 01

    Nichtwiderstreben

    Das Gebot, dem Bösen nicht mit Gewalt zu widerstreben, ist der Kern des Evangeliums und kein unerfüllbarer Rat für Heilige.

  2. 02

    Organisierte Gewalt

    Steuern, Gerichte und Heere beruhen auf angedrohter Gewalt, und die allgemeine Wehrpflicht macht jeden Bürger zu einem möglichen Werkzeug des Tötens.

  3. 03

    Gewissen

    Veränderung kommt weniger aus der Revolution als von Einzelnen, die sich der Gewalt verweigern und nach der Wahrheit leben, die sie erkannt haben.

03 / Die Gedanken vertiefen

Die Gedanken vertiefen

Gewaltfreiheit und Gewissen

Untersuchen Sie, wie Das Reich Gottes ist in euch die Bergpredigt in eine Kritik des Staates verwandelt.

Den Text einordnen

Das 1893 abgeschlossene Buch wurde in Russland verboten und verbreitete sich zunächst im Ausland, auf Russisch und in Übersetzungen. Es stützt sich auf quäkerische Autoren und auf die amerikanischen Abolitionisten William Lloyd Garrison und Adin Ballou und endet mit einem Zug voller Soldaten, die Bauern bestrafen sollten und denen Tolstoi 1892 begegnete. Tolstoi antwortet Kritikern seiner Lehre vom Nichtwiderstreben, indem er eine Überlieferung christlicher Gewaltlosigkeit nachzeichnet und behauptet, die Kirchen hätten die Forderung des Evangeliums verschleiert. Er prangert Wehrpflicht, Patriotismus und Staat als organisierte Gewalt an, die gewöhnliche Menschen durch Gehorsam aufrechterhalten, und ruft jeden auf, seinem Gewissen zu folgen.

Den Argumenten folgen

Nichtwiderstreben : Das Gebot, dem Bösen nicht mit Gewalt zu widerstreben, ist der Kern des Evangeliums und kein unerfüllbarer Rat für Heilige. Organisierte Gewalt : Steuern, Gerichte und Heere beruhen auf angedrohter Gewalt, und die allgemeine Wehrpflicht macht jeden Bürger zu einem möglichen Werkzeug des Tötens. Gewissen : Veränderung kommt weniger aus der Revolution als von Einzelnen, die sich der Gewalt verweigern und nach der Wahrheit leben, die sie erkannt haben.

Weiterlesen

Beginnen Sie mit dem Überblick über frühere christliche Pazifisten und dem Schlusskapitel über den Soldatenzug und wägen Sie dann seine Argumente gegen die Gründe der Notwehr ab. Das 1893 abgeschlossene Buch wurde in Russland verboten und verbreitete sich zunächst im Ausland, auf Russisch und in Übersetzungen. Es stützt sich auf quäkerische Autoren und auf die amerikanischen Abolitionisten William Lloyd Garrison und Adin Ballou und endet mit einem Zug voller Soldaten, die Bauern bestrafen sollten und denen Tolstoi 1892 begegnete.

Fragen für die weitere Lektüre

  • Gibt es einen Unterschied zwischen der Weigerung, Gewalt anzuwenden, und der Weigerung, andere zu schützen?
  • Wie erklärt Tolstoi, dass gewöhnliche Menschen einen Staat tragen, dessen Gewalt sie nicht gewählt haben?

Nichtwiderstreben bedeutet bei Tolstoi nicht Passivität, sondern die Weigerung, an organisierter Gewalt mitzuwirken.

Mit einem Leitfaden lesen
04 / Hinweise zur Lektüre

Hinweise zur Lektüre

Beginnen Sie mit dem Überblick über frühere christliche Pazifisten und dem Schlusskapitel über den Soldatenzug und wägen Sie dann seine Argumente gegen die Gründe der Notwehr ab.

05 / Ausgaben & Quellen

Ausgaben & Quellen

Zusammenfassungen und Kerngedanken sind eigenständige redaktionelle Interpretationen. Sie begleiten die Lektüre des Werkes und ersetzen keine Textausgabe. Redaktionelle Methode ↗

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