Französischer Frühhumanismus · Moral- und politische Philosophie · um 1364 – um 1430

Christine de Pizan

Den Autoritäten mit Vernunft, Geschichte und Erfahrung antworten.

Venedig · Paris · Poissy
Porträts: künstlerische Interpretationen
Philosophie

Ideen, die den Blick verändern.

01

Erfahrung gegen Autorität

Christine misst das Zeugnis der Bücher an dem, was sie von wirklichen Frauen weiß, und behandelt gelehrten Konsens als zu prüfendes Argument, nicht als Urteil.

Eine Situation zum Nachdenken

Zu Beginn der Stadt der Frauen lässt die Lektüre des Matheolus sie an ihrem Geschlecht zweifeln, bis die Vernunft sie auffordert, ihrem eigenen Wissen zu trauen.

02

Bildung und Gewohnheit

Dass Frauen weniger wissen, liegt nach Christine an fehlendem Unterricht und an der Gewohnheit, nicht an einer natürlichen Unfähigkeit ihres Verstandes.

Eine Situation zum Nachdenken

Die Vernunft erklärt, Töchter würden die Künste und Wissenschaften ebenso gut lernen und verstehen, wenn man sie wie Söhne zur Schule schickte.

03

Weltliche Klugheit

Klugheit passt die Tugend an Stand, Mittel und Umstände an und lehrt jede Frau, Haus, Ruf und Angehörige vorausschauend zu schützen.

Eine Situation zum Nachdenken

Eine Dame, die während der Abwesenheit ihres Mannes ihre Ländereien verwaltet, sollte Recht, Rechnungen und die Verteidigung ihrer Burg kennen.

04

Der politische Körper

Christine stellt das Reich als lebendigen Körper dar, in dem Fürst, Ritter und Volk voneinander abhängen, sodass die Schädigung eines Standes dem Ganzen schadet.

Eine Situation zum Nachdenken

Der Fürst als Haupt muss für Kaufleute, Handwerker und Bauern sorgen, die den Körper wie Bauch, Beine und Füße tragen.

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