Renaissance-Humanismus · Skepsis · 1533–1592

Michel de Montaigne

Nicht das Sein malen, sondern den Übergang.

Montaigne (Périgord) · Bordeaux · Rom
Porträts: künstlerische Interpretationen
Philosophie

Ideen, die den Blick verändern.

01

Der Essai

Ein Essai ist eine Probe: Das Urteil übt sich an jedem großen oder kleinen Gegenstand, um die eigene Kraft und ihre Grenzen zu erkennen, nicht um eine Lehre vorzutragen.

Eine Situation zum Nachdenken

Montaigne erprobt sein Urteil an Schlachtrossen, Daumen und Gerüchen ebenso ernsthaft wie an Tod und Freundschaft.

02

Was weiß ich?

Montaignes Wahlspruch, zusammen mit einer ausgeglichenen Waage auf eine Medaille von 1576 geprägt, macht die pyrrhonische Urteilsenthaltung zu einer Frage, die die Untersuchung offenhält.

Eine Situation zum Nachdenken

Angesichts widersprüchlicher Berichte über Wunder oder Hexerei hält er lieber den Glauben zurück, als jemanden auf unsicherer Grundlage zu verurteilen.

03

Die Gewohnheit

Gewohnheit prägt, was jedes Volk für natürlich, vernünftig oder ungeheuerlich hält; das Urteil muss daher zuerst die Macht der Gewohnheit erkennen, bevor es etwas bewerten kann.

Eine Situation zum Nachdenken

In „Über die Menschenfresser“ bemerkt er, dass jeder Barbarei nennt, was nicht seinem Brauch entspricht, und wendet den Vorwurf gegen die europäische Grausamkeit.

04

Das Selbstbildnis

Indem Montaigne sich in seinen Wandlungen statt als festes Wesen malt, zeigt er, dass jeder Mensch die ganze Gestalt der menschlichen Verfassung in sich trägt.

Eine Situation zum Nachdenken

In „Über die Reue“ schreibt er, er male nicht das Sein, sondern den Übergang, von Tag zu Tag und von Minute zu Minute.

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