Blaise PascalAugustinismus von Port-Royal · ExperimentalwissenschaftLEKTÜRELEITFADEN · Zur Vertiefung · 11 Min.

Kasuistik und Ironie

Untersuchen Sie, wie die Provinzialbriefe Zitate von Moraltheologen in ein öffentliches Argument über das Gewissen verwandeln.

Eine eigens verfasste Einführung. Dieser Leitfaden begleitet die Lektüre des Werks; er ist weder dessen vollständiger Text noch eine Übersetzung.

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Den Text einordnen

Die Briefe erschienen zwischen Januar 1656 und März 1657 als einzelne Flugschriften, auf dem Höhepunkt des Streits über die Gnade und die fünf Jansenius zugeschriebenen Sätze. Arnauld und Nicole halfen bei der Dokumentation. Rom setzte die Sammlung 1657 auf den Index, doch Klarheit und Ironie machten sie zu einem Vorbild klassischer französischer Prosa. In achtzehn anonym unter dem Namen Louis de Montalte veröffentlichten Briefen verteidigt Pascal zunächst Antoine Arnauld gegen dessen Zensur durch die Sorbonne und wendet sich dann gegen die Moraltheologie jesuitischer Kasuisten. Ein naiver Erzähler befragt einen gefälligen Jesuitenpater, dessen Zitate aus Escobar und anderen Autoren zeigen, wie probable Meinungen und die Lenkung der Absicht fast alles entschuldigen können.

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Den Argumenten folgen

Gnade : Die ersten Briefe zeigen eine Mehrheit der Sorbonne, die sich über Worte wie „nächstes Vermögen“ einig ist, nicht aber über deren Sinn. Probabilismus : Ein Beichtvater darf jeder Meinung folgen, die ein einziger ernsthafter Doktor vertritt, selbst gegen eine wahrscheinlichere. Tatsache und Recht : Die späteren Briefe trennen die Frage, ob eine Lehre verurteilt ist, von der Frage, ob ein bestimmtes Buch sie wirklich enthält.

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Weiterlesen

Lesen Sie die Briefe 1, 5 und 7 für die Methode und dann einen direkt an die Jesuiten gerichteten Brief, wobei Sie jedes Zitat mit den tatsächlichen Thesen der Kasuisten vergleichen. Die Briefe erschienen zwischen Januar 1656 und März 1657 als einzelne Flugschriften, auf dem Höhepunkt des Streits über die Gnade und die fünf Jansenius zugeschriebenen Sätze. Arnauld und Nicole halfen bei der Dokumentation. Rom setzte die Sammlung 1657 auf den Index, doch Klarheit und Ironie machten sie zu einem Vorbild klassischer französischer Prosa.

Ein Gedanke zum Mitnehmen.

Satire kann moralischer Argumentation dienen, wenn ihre Zitate genau sind und das Urteil beim Leser bleibt.

Jetzt bist du am Zug.

  1. Wie bringt der naive Erzähler die Leser dazu, die Kasuisten zu beurteilen, ohne ihnen vorzuschreiben, was sie denken sollen?
  2. Wird der Vorwurf der Laxheit dem Probabilismus gerecht, wie seine Verteidiger ihn verstanden?
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