Lateinische Patristik · christlicher Platonismus · 354–430

Augustinus von Hippo

Die Wahrheit im Inneren suchen und über sich hinausgehen.

Thagaste · Karthago · Mailand · Hippo
Porträts: künstlerische Interpretationen
Philosophie

Ideen, die den Blick verändern.

01

Wendung nach innen

Wahrheit sucht man, indem man sich von den äußeren Dingen in den Geist wendet und über ihn hinaus zu einem unwandelbaren Licht, das der Geist nicht hervorbringt, nach dem er aber urteilt.

Eine Situation zum Nachdenken

Im Buch 10 der Bekenntnisse durchwandert Augustinus die weiten Hallen des Gedächtnisses und fragt, wo Gott zu finden ist.

02

Das Böse als Mangel

Das Böse ist weder Substanz noch Gegenprinzip, sondern Fehlen oder Verderbnis eines Guten; moralisch Böses entsteht aus einem Willen, der sich von einem höheren Gut einem niederen zuwendet.

Eine Situation zum Nachdenken

Im Buch 2 der Bekenntnisse wird ein nutzloser Birnendiebstahl aus der Jugend zur Untersuchung des Verlangens nach dem Verbotenen um seiner selbst willen.

03

Zwei Bürgerschaften

Zwei Arten der Liebe schufen zwei Bürgerschaften: die Selbstliebe bis zur Verachtung Gottes und die Gottesliebe bis zur Verachtung seiner selbst. In der Geschichte sind sie in denselben Institutionen und Menschen vermischt.

Eine Situation zum Nachdenken

Buch 14 von Vom Gottesstaat schließt mit der Gegenüberstellung der Bürgerschaft, die sich ihrer selbst rühmt, und jener, die sich im Herrn rühmt.

04

Zeit als Ausdehnung

Vergangenheit und Zukunft gibt es nicht außerhalb des Geistes; wir messen Zeit in der Seele, die sich zwischen Erinnerung an das Vergangene, Aufmerksamkeit auf das Gegenwärtige und Erwartung des Künftigen ausspannt.

Eine Situation zum Nachdenken

Beim Aufsagen eines Psalms hält der Geist das schon Gesprochene in der Erinnerung und das noch zu Sprechende in der Erwartung.

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